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Alles muss rein, 2004 Alltägliche Haushaltsgegenstände und Konsumartikel sind die Materialien, die Stephanie Senge in ihren Installationen verwendet. Ihre Arbeit behandelt immer wieder die Themen Konsum und Messie-Syndrom (englisch: mess = Unordnung), unser Verhältnis zu den Dingen, unsere individuelle Dingkultur. Für die Installation Alles muss rein! richtete Stephanie Senge die Rote Zelle als 1-Zimmer Apartment ein, in das sie bizarre und gigantische Türme baute bei Haushaltsauflösungen, Flohmärkten und überquellenden Papier- und Supermarktcontainern sammelte sie alles, was man in München umsonst bekommen kann. Das Wohnen wird zum Hausen und ist nur noch unter extrem eingeschränkten Bedingungen möglich. Den Gegensatz zwischen einem Showroom, der normalerweise Lifestyle-Ideale inszeniert und in dem möglichst viel auf möglichst wenig Raum elegant untergebracht werden soll, und der Lebenswirklichkeit von Menschen, die den Konsumangeboten nicht widerstehen können, treibt Senge auf die Spitze. Dabei geht es aber nicht darum, die Unordnung nur als etwas Schlechtes vorzuführen oder sie zur Anklage der Konsumgesellschaft zu verwenden. Vielmehr kann das Gegenteil von ,schöner Wohnen seinerseits unwohnlich schön sein. Der Exzess fällt mit dem Banalen zusammen, Horror und Lust können sich für den Betrachter miteinander verbinden. Die Ausstellung war zugleich die Realisierung des Projektstipendiums 2003 der Landeshauptstadt München.
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