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Wir Autobahnpiloten
Bewegung erzeugt Abrieb und lässt auch dadurch die eigene Vergänglichkeit
aufschimmern. Abermals stoßen wir an die Grenzen der Sinngebäude,
in denen wir uns einrichten: ZEIT IST, so lehrt uns Sailstorfer, KEINE
AUTOBAHN (2005).
Die gleichnamige Installation besteht aus einem Elektromotor und
200 Autoreifen, die durch diesen langsam an der Wand zerschlissen
werden und sich langsam in einen Haufen Staub verwandeln. Langsam
zerstäubt mit ihnen auch die Metaphysik der Bewegung. Nicht einmal
die Perspektive der Mobilität lässt eine gesicherte Perspektive
entstehen. Kein Zuhause, nirgends, nicht einmal mobil. Zumindest nicht
für immer und nicht mit kosmisch-metaphysischer Gewissheit. Lediglich
sehnen können wir uns mit Michael Sailstorfer danach. Ein kleiner,
kurzer Trost für uns heimatvergessene Autobahnpiloten. Johan
Frederik Hartle
Michael Sailstorfer
1979 geboren in Velden/Vils
1999-2004 Akademie der Bildenden Künste München
20032004 MA Fine Art, Goldsmiths College, University
of London
2005 Diplom und Meisterschüler bei Prof. Olaf Metzel
Einzelausstellungen (Auswahl)
2005 Der Schein trügt, Jack Hanley Gallery,
Los Angeles
Hoher Besuch, MARTa Herford
Michael Sailstorfer, Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal
U, Galerie Zink & Gegner, München
Zeit ist keine Autobahn, Rote Zelle, München
2004 Dämmerung, Attitudes, Genf
2002 Und sie bewegt sich doch! Museumsplatz, Städtische
Galerie im Lenbachhaus, München
Gruppenausstellungen (Auswahl)
2005 We disagree, Andrew Kreps Gallery, New York
light sculpture, 503 mulino, Vicenza, Italien
Favoriten, Kunstbau, Städtische Galerie im Lenbachhaus,
München
Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen, Kunsthalle
Bremen
Things fall apart all over again, Artists Space, New York
Light Lab, Museion, Bozen, Italien
Rückkehr ins All, Galerie der Gegenwart, Kunsthalle
Hamburg
Yokohama 2005, International Triennale of Contemporary
Art, Yokohama, Japan
Talk to the Land, Andrew Kreps Gallery, New York
2004 Biennale of Sydney, Australien
Manifesta 5, San Sebastian, Spanien
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